Mein Beitrag zu Donnas Schreibprojekt März 2010
Ein Lächeln, zart wie die ersten Sonnenstrahlen des herannahenden Frühjahres huschte über ihr Gesicht, als sie eilig Richtung Lotterstadt fuhr. Endlich, endlich hatte sie ihr Ziel erreicht. Nicht ganz so wie sie sich das gewünscht hatte, aber dies spielte keine Rolle. Er würde heute Nacht bei ihr einziehen, ob ganz freiwillig oder etwas gezwungen, das machte für sie keinen Unterschied. Hauptsache er gehörte nun zu ihr, für immer und ewig, oder zumindest so lange wie sie ihn haben wollte.
Lange hatte sie auf diesen Moment warten, viel hatte sie dafür tun müssen. Viele Tage, Wochen, Monate des Hoffens, des Bangens lagen hinter ihr. Sie hatte geheult, getobt, hatte intrigiert und manipuliert, sie hatte wirklich nichts unversucht gelassen und sie hatte gesiegt.
Ihr Lächeln wurde breiter, sie lachte laut auf, als sie sich die andere vorstellte, die andere die ihn jetzt verloren hatte. Wie dumm sie doch reagiert hatte, hatte sogar versucht ihn mit irgendwelchem Hokuspokus zurück zu bekommen, wie dumm von ihr. Nein sie war da schon geschickter vorgegangen. Sie wusste worauf Männer, und vor allem Männer seines Schlages, grossen Wert legten und sie gab ihm was er brauchte.
Das Lachen war längst nicht mehr zart als sie daran dachte, dass er ihre besonderen Zuwendungen nicht mehr bekommen würde, wenn er erst richtig abhängig war. Ja sie würde schon dafür sorgen, dass er gar keine andere Wahl mehr hätte, als ihr treu ergeben zu sein.
Ein teuflisches Lächeln erfüllte den engen Raum ihres Autos, sie hatte es geschafft. Sie war sich nicht immer sicher gewesen, ob sie es schaffen würde. Hatte den einen oder anderen Nervenzusammenbruch vortäuschen müssen, hatte gewinselt und gejammert. Aber dies war nun vorbei, von jetzt an würde er winseln wenn er was haben wollte.
Sie bog in die Lotterstrasse ein, ein letztes lautes Auflachen, dann würde sie sich zusammenreissen müssen. Schliesslich kannte er sie bis jetzt nur als verletzliche, äusserst liebevolle Frau und so sollte es noch etwas bleiben. Ihre Hörner würde er noch kennenlernen, aber erst später, erst wenn er keine Fluchtmöglichkeiten mehr haben würde.
Ein zartes Lächeln lag auf ihren Lippen als sie vor dem Haus an der Lotterstrasse 666, da wo der einsame Kerl mit seinen beiden Koffern stand, anhielt. Zärtlich nahm sie ihn in ihre Arme, flüsterte ihm tröstende Worte ins Ohr, küsste ihn.
Gemeinsam fuhren sie los. Was sie nicht wusste, nicht nur sie unterdrückte auf dem Rückweg das eine oder andere teuflische Auflachen. Auch er war am Ziel seiner Träume angekommen, hatte endlich bekommen wonach er sich so lange gesehnt hatte ohne dass ihr bewusst war, was dies wirklich war. Nein er würde sein Doppelleben mit Sicherheit nicht aufgeben, auch für sie nicht. Diese schwache und verletzliche Frau würde nichts merken, dafür war er einfach zu gut, zu gerissen.
Die Teufelin hatte ihren Teufel gefunden, gemeinsam führen sie Richtung Hölle.