Wir können hier auf La Palma, trotz Satellitenschüssel, kein Schweizer Fernsehen empfangen. Dank Internet sind wir aber doch immer auf dem Laufenden.
So habe ich gerade gelesen, dass der Kassensturz heute das Thema Kinderpatenschaften behandelt hat. Und die Kinderpatenschaften von World Vision seien dabei ja überhaupt nicht gut weggekommen.
Ich möchte dazu folgendes sagen …
- Als unser Patenkind in Bolivien durch einen tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, hat sich World Vision umgehend bei uns gemeldet, damit wir die monatlichen Zahlungen einstellen würden. Auch haben sie unser Angebot, für die Beerdigung zu bezahlen nicht angenommen, da diese Kosten schon durch World Vision gedeckt seien.
Anlass für den Kassensturz zum Thema Kinderpatenschaften muss anscheinend eine Patin aus der Schweiz gegeben haben. Sie hatte ihr Patenkind in Peru besucht und war über die Verhältnisse der Familie entsetzt gewesen. Sie soll die Familie gar als “verlumpt” bezeichnet haben.
Es ist nun doch aber so, Schweizer leben nun mal relativ luxuriös. Schweizer, welche sich eine Reise nach Südamerika, nach Peru, leisten können, scheinen ja nicht gerade am Hungertuch zu nagen. Das ist natürlich nichts verwerfliches, und ich finde es durchaus lobenswert, wenn sie von ihrem Wohlstand auch was an weniger gut gestellte Mitmenschen abgeben.
Aber man stelle sich nun mal diese Luxus gewöhnte Schweizerin vor, wie sie in einen peruanischen Normalhaushalt kommt. Da muss doch einfach ein Gefühl von “verwahrlost” oder “verlumpt” aufkommen. Familien die von World Vision unterstützt werden, haben selbstverständlich keinen Toaster, keinen elektrischen Zwiebelhacker und auch keine Espresso-Maschine in der Küche stehen. Vermutlich gibt es da keine Waschmaschine und einen Trockner schon gar nicht. Und vielleicht gibt es nicht mal für jedes Familienmitglied ein eigenes Bett.
Hat die Schweizer Patin gedacht, mit den 50 Franken pro Monat würde sie dem Patenkind und der Familie ein Luxus-Leben ermöglichen?
So ist unsere Welt. Einige leben im Überfluss, sehr viele müssen mit dem Nötigsten auskommen.
Wenn sich nun aber der Kassensturz zum Thema Kinderpatenschaften schlecht äussert, ist den Kindern auch nicht geholfen.
Leider ist es aber schon so, dass viele Organisationen nicht so ganz ehrlich sind und anscheinend einiges verdecken müssen. Ich hatte jahrelang für ein Kind in Chile gespendet. Als ich dann endlich mal die Gelegenheit hatte nach Chile zu reisen, und es war wirklich vereinbart, dass ich das Projekt würde besuchen können, wurde ich kurzerhand vorort abgewimmelt.
Dies war NICHT World Vision … sondern ein schweizerisches Hilfswerk für Kinder in Chile. Welches ich nach diesem Erlebnis dann allerdings auch nicht mehr unterstützte.